Marktberichte
Türkische Haselnüsse: Schnee an der Schwarzmeerküste
Am vergangenen Wochenende hat eine Kältewelle an der türkischen Schwarzmeerküste teilweise heftige Niederschläge mit Schnee in den mittleren und höheren Lagen gebracht. In den Hügeln über rund 300 Meter über Meer fielen dabei die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Über die konkreten Auswirkungen auf die Haselnusskulturen sind noch keine zuverlässigen Informationen verfügbar, die wichtigen Marktteilnehmer haben sich zurückgezogen.
Türkische Aprikosen: Frost in Malatya beschädigt Kulturen
Am vergangenen Wochenende hat ein Frost die Region um die ostanatolische Stadt Malatya, dem Hauptanbaugebiet der türkischen Aprikosen, getroffen. Dabei wurden nächtliche Tiefstwerte von -5 °C samstags und -8 °C sonntags gemessen.
Erste Schadensmeldungen berichten von Beeinträchtigungen in der Höhe von 60-70 %. Auch für heute Nacht ist nochmals Frost angesagt. Die meisten Ablader sind daher für den Moment vom Markt zurückgezogen. Eine präzisere Abschätzung des Schadens wird erst in einigen Tagen möglich sein. Der Ausfall wird jedoch zweifelsohne die Preise nach oben treiben, sowohl für laufende wie auch für neue Ernte.
Zusätzlich preistreibend wirken die türkischen Kommunalwahlen des vergangenen Wochenendes. Die regierende AKP unter Ministerpräsident Erdoğan konnte dabei nach Auszählung von 80 % der Stimmen einen Anteil von rund 45 % verbuchen, weit vor der säkularen Oppositionspartei CHP, die nur rund 28 % der Stimmen erhielt. Obschon gemäss verschiedenen Berichten der AKP jedes Mittel zu Gewinnung der Stimmen recht war, feierte Erdoğan den Sieg als demokratische Legitimation seines harten Kurses un dkündigte im gleichen Atemzug Massnahmen gegen seine Gegner an. Das klare Wählervotum hat denn auch der Türkischen Lira gegenüber dem US Dollar Auftrieb verliehen, so dass die Lira aktuell auf Zwei-Monats-Hoch notiert, was in der Folge natürlich türkische Exporte verteuert.
Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, welchen Schaden die Aprikosenplantagen tatsächlich erfuhren. Entsprechend wird sich der Markt auf neuen - hohen! - Niveau einpendeln.
Kalifornische Mandeln: Wetter gut, Preise trotzdem leicht fester
Bei sehr guten Witterungsbedingungen verläuft die Entwicklung der kalifornischen Mandeln nahezu optimal. Als Folge des wärmsten Winters seit Beginn der Aufzeichnungen und der frühlingshaften Temperaturen ist die gesamte Vegetation schon weiter entwickelt als üblich, so dass nach heutigem Wissensstand mit einer frühen Ernte gerechnet werden kann.
Trotz dieser guten Ausgangsbedinungen (im Nachgang einer sehr guten Blüte!) sehen wir wieder etwas steigende Preise. Während der Ursprung in den letzten Wochen trotz der geschilderten Umstände keinerlei Ambitionen zu Preisgeständnissen zeigte, sahen sich europäische Spekultanen ermutigt, auf nachgebende Preise zu wetten. Wie es nun den Anschein erweckt vermochte die nach wie vor herrschende Dürre in Kaliforninen und der daraus resultierende Widerstand der Ursprungs diesen Mut rasch wieder abzukühlen, so dass sich die Preise aus zweiter Hand nun wieder denen des Ursprungs annähern.
Weitere Impulse erwartet der Markt von der Publikation der März-Verladungen, die in gut zwei Wochen ansteht. Kurz darauf werden dann die Schätzung der Anbaufläche und die subjektive Ernteschätzung folgen. Wir empfehlen daher, rechtzeitig die Positionen bis ins 1. Quartal 15 zu prüfen und ggf. eine Teildeckung vorzunehmen.
Türkische Haselnüsse: Preise geben leicht nach
Nachdem vorletzte Woche eine Kältewelle die Temperaturen an der türkischen Schwarzmewerküste gegen den Nullpunkt sinken liess befürchteten die Erzeuger von türkischen Haselnüssen Frostschäden. Nach heutigem Stand des Wissens erfuhren die Kulturen jedoch keine Beeinträchtigungen, so dass die Preise auch vor dem Hintergrund der nunmehr wieder milden Temperaturen und dem abnehmenden Frostrisiko wieder nachgeben.
Nebst den Witterungsbedingungen werden die politischen Ereignisse weiterhin die Preise wesentlich mitbeeinflussen. In den letzten Monaten haben Währungsturbulenzen verschiedener Schwellenländer deren Währungen gedrückt und damit Exporte vergünstigt. Am kommenden Wochenende nun finden in der Türkei Kommunalwahlen statt, und im August wird die Präsidentschaftswahl stattfinden, nach dem Willen von Mininsterpäsident Erdoğan erstmals im „amerikanischen Stil“, der es u.a. den Kandidaten erlaubt, persönliche Spenden für ihre Kampagne entgegenzunehmen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Korruptionsvorwürfe gegen Erdoğans Regierungspartei AKP darf dieser Aspekt als spannende Ausgangangslage bezeichnet werden. Die verschiedenen denkbaren Auswirkungen im Nachgang der Wahlen könnten im Endeffekt erneut die Währungssituation beeinflussen, mit entsprechenden Konsequenzen für die Exportpreise.
Kalifornische Mandeln: Verschiffungen Februar 2014
Im Februar hat die kalifornische Mandelindustrie 149 Mio lbs verladen, 6.7 % weniger als im Vorjahresmonat (der
allerdings ein Allzeit-Rekord war). Weiterhin zeigen Indien und China kaum Kaufinteresse, so dass die Verladungen
dahin 30 % unter Vorjahr liegen. Japan dagegen liegt 20 % über Vorjahr, und auch Spanien liegt 7 % höher.
Weiterhin brilliert der Inlandabsatz, diesmal gar mit 26 % über dem Vorjahresmonat.
Alle relevanten Zahlen und unseren ausführlichen Kommentar finden Sie hier.
Südafrikanische Sultaninen: Ernteerwartungen 20 % unter Mittelwert
In Südafrika bewegen sich die Temperaturen in den Sultaninen-Anbaugebieten bei trockener Witterung im für diese Zeit üblichen Rahmen, aktuell werden Tagestemperaturen von 38-41 °C gemessen.
Die Ernte der Tafeltrauben kommt mit rund 2 Wochen Verspätung nun zum Ende. Der Zuckergehalt der Trauben ist tiefer als üblich. Trotz eines ernstzunehmenden Frostes in der Nacht des 22. Septembers letzten Jahres ist die Qualität der Früchte erstaunlich gut. Allerdings erwarten unsere Produzenten eine Minderernte von 20 % gegenüber dem Mittelwert. Die Ausgangslage für die Sultaninen präsentiert sich uns wie folgt:
- Die Entwicklung der Kulturen ist rund 2 Wochen verspätet. Die Produzenten werden als Folge der verzögerten Zuckerbildung in den Trauben erst in der zweiten Februarwoche mit der Lese beginnen. Dank des umfangreichen Übertrages von rund 8'000 to aus Ernte 2013 sollte diese Verspätung den Markt jedoch nicht beeinträchtigen.
- Aktuell wird eine Ernte von rund 40'000 to erwartet, was weniger ist als im Vorjahr, aber mehr, als der Frost vom 22.09.13 erhoffen liess.
- Die Qualität der Trauben ist gut, sie erreicht aber als Folge des tieferen Zuckergehaltes der Beeren nicht die sehr guten Werte des Vorjahres.
- Der tiefere Zuckergehalt könnte bei den Golden und Orange River Sultaninen zu einer grösseren Streuung der Farbe führen. Allenfalls kann dies durch erhöhten Sortieraufwand bei der Rohwarenverarbeitung kompensiert werden.
- Der Anteil an Beeren der Qualität "Choice" wird insgesamt geringer sein.
- Weil der Frischfruchtsektor, der von den Erzeugern immer vorrangig beliefert wird, dieses Jahr eine überproportionale Menge grosskalibriger Trauben nachfragte, bleiben verhältnismässig mehr Beeren mittleren und kleinen Kalibers zum trocken übrig, so dass der gesamthafte Anteil an Jumbo-Sultaninen geringer sein wird.