Marktberichte

12.09.2022

Kalifornische Mandeln: Verladungen August 2022

Der August-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:

 

Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

228 Mio lbs

10.1 %

Verladungen aus laufender Ernte

228 Mio lbs

10.1 %

Anlieferungen der Erzeuger

264 Mio lbs

-15.4 %

Auftragsbestand

614 Mio lbs

-14.2 %

Kalifornien eröffnet die Vermarktungssaison 2022 überraschend mit einem neuen Monatsrekord. Teilweise erklärt sich das sehr gute Resultat mit Ware, die im Juli als Folge eines einwöchigen Streiks der Camionneure liegenblieb und nun im August endlich versandt werden konnte. Gleichzeitig zeigten einige Destinationen sehr lebhafte Nachfrage. Starke Verkäufe füllten die Auftragsbücher, die aber noch immer weniger prall gefüllt sind als im Vorjahr.

Die geringeren Anlieferungen aus neuer Ernte erklären sich teilweise mit der rund um eine Woche verspäteten Entwicklung der Vegetation. Gleichzeitig zeichnet es sich nun, da die Nonpareil komplett eingebracht ist, ab, dass die Flächenerträge v.a. in den nördlichen Anbaugebieten weit unter dem Potential ausgefallen sind, es werden Mindererträge von 10 bis 50 % gemeldet. Allgemein verdichtet sich das Bild dahingehend, dass der Norden die grössten Ausfälle vermeldet, die zentralen Regionen geringe Verluste sehen und der Süden eine normale Ernte erhofft.

Die Herausforderungen für Anbieter wie auch Abnehmer bleiben mannigfaltig: Das aktuelle Preisniveau ist für viele Erzeuger schlicht nicht kostendeckend, was das Verkaufsinteresse entsprechend bremst. Gleichzeitig muss Kalifornien dringend den Rest der Ernte 21 bewegen, um Platz für die neue Ware zu schaffen. Die Käufer wiederum sehen sich mit enorm attraktiven Preisen einerseits und ungewissen Aussichten andererseits konfrontiert. Und die nach wie vor ungelösten Logistikprobleme erschweren allen Marktteilnehmern das Leben und verunmöglichen präzise Terminzusagen.

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir, den Markt vorausschauend zu begleiten und mindestens den Grundbedarf der nächsten Quartale abzusichern.

09.09.2022

Kokosraspel: Taifunsaion, mit Aussicht auf Preissteigerung

Nach dem langen heissen und trockenen Sommer in Europa ist die Inflation zum Hauptgesprächsthema geworden. Viele Regierungen scheinen zahlreiche Strategien zu verfolgen, die über die Erhöhung der Zinssätze hinausgehen, um die Inflation einzudämmen.

Hinzu kommen Energieengpässe und Chinas fortgesetzte COVID-Abschaltungen. Die Wirtschaftstätigkeit wird definitiv beeinträchtigt. Viele wetten auf eine Rezession in den meisten Industrieländern.

Was bedeutet diese Unsicherheit für die Kokosnussmärkte?

Im Nordwestpazifik beginnt die Taifunsaison, und in der letzten Woche hat bereits ein Taifun nach Norden gedreht und die Schliessung des Hafens von Yangshan erzwungen. Es sieht so aus, als ob nächste Woche wieder ein Taifun auf Shanghai treffen wird. Wir warten auf den ersten, der die Philippinen trifft.

Der Preis für Kokosraspel liegt so tief wie zuletzt im 4. Quartal 2020.

Zum Zeitpunkt im Jahr 2020 gab es starke Verkäufe für das 1. Quartal 2021. Aktuell sehen wir das gleiche Muster im 1. Quartal 2023, wobei die Käufer darauf bedacht sind, diese tiefen Preise zu sichern, aus Angst, etwas zu verpassen.

In der Taifunsaison könnten Kokosraspelpreise zwar stärker nachgeben, aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese steigen, ist wesentlich höher.

15.08.2022

Kalifornische Mandeln: Verladungen Juli 2022

Der Juli-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:

 

Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

169 Mio lbs

-26.2 %

Verladungen aus laufender Ernte

2.634 Mia lbs

-9.1 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.922 Mia lbs

-6 %

Auftragsbestand

348 Mio lbs

1.2 %

Im Anschluss an die exzellenten Verladungen im Mai und Juni hoffte Kalifornien, die Saison mit einem weiteren Rekord im Juli abschliessen zu können und damit den Übertrag unter 800 Mio lbs zu bringen. Mit mageren 169 Mio lbs fiel das Ergebnis aber herb enttäuschend aus. Die Gründe dafür liegen teils in einem Streik der Lastwagenfahrer, der den wichtigen Hafen Oakland in der zweitletzten Juli-Woche komplett lahmlegte. Die Inlandlieferungen hingegen blieben von der Blockade unberührt, so dass deren Rückgang unerklärt bleibt, was dem Ursprung mehr als nur Unbehagen bereitet.

Somit schliesst die Saison mit Verladungen von 2.634 Mia lbs. Das ist zwar das zweitbeste Ergebnis der Geschichte, aber damit wird der Übertrag von rund 840 Mio lbs und die erwartete Ernte von 2.6 Mia lbs zu einem Gesamtangebot von rund 3.4 Mia lbs führen, in etwa gleich viel wie im Vorjahr. Unschön ist dabei, dass die laufende Kampagne trotz extrem tiefen Preisen nicht auf das erhoffte Kaufinteresse traf. Die Erzeuger leiden damit nicht nur unter einem Preisniveau, das die Kosten nicht zu decken vermag, sondern zusätzlich auch unter massiv gestiegenen Kosten. Darüber hinaus reduzieren die unverkauften Bestände die Liquidität und binden dringend benötigte Lagerkapazitäten.

Derweil wird die neue Ernte eher etwas gemächlich eingebracht. Aktuell werden die frühen Sorten von dem Bäumen geschüttelt, namentlich die Nonpareil und die an Bedeutung zunehmende Independence. Wie üblich zeigen die ersten Anlieferungen eher kleinere Kaliber, was allerdings keine aussagekräftigen Rückschlüsse erlaubt. Die Ertragserwartungen bewegen sich im Bereich von 2.6 bis 2.8 Mia lbs.

Was bringen die kommenden Tage und Wochen? Die Erzeuger werden weiterhin bestrebt sein, die alten Bestände zu verkaufen. Das Preisniveau wird damit weiter sehr tief bleiben, mindestens solange, bis der Übertrag auf ein akzeptables Niveau abgearbeitet ist. Käufer können damit von äusserst interessanten Angeboten für Ware aus Ernte 2021 profitieren, wobei anzumerken ist, dass die Bestände hauptsächlich Standardware umfassen. Für neue Ernte werden zwar nach wie vor Aufschläge verlangt, aber angesichts des sehr tiefen Preisniveaus sind auch diese Notierungen sehr spannend. Die weitere Preisentwicklung bleibt spannend: Kalifornien hofft, die Preise anheben zu können, sobald der Übertrag abgearbeitet ist. In welchem Mass dies vor dem Hintergrund der globalen Unsicherheiten und Herausforderungen möglich sein wird bleibt abzusehen.

12.08.2022

Kokosraspel: Stabile Preise, schwache Nachfrage

Die Preise für Kokosraspel scheinen vorerst stabil zu sein. Die Verlader in Indonesien und auf den Philippinen haben ihre Produktion zurückgefahren, da die Nachfrage zurückgegangen ist. Angesichts der anhaltend niedrigen Auftragslage ist jedoch davon auszugehen, dass es einen Nachholbedarf geben wird.

Die europäischen Käufer sind derzeit in den Sommerferien, aber es gibt immer noch Anzeichen für eine Nachfrage für die verbleibenden Mengen des dritten und vierten Quartals.

Da Sri Lanka in Bezug auf seine Exportstabilität immer noch eine unbekannte Grösse ist, holen sich Käufer, die normalerweise nur einen Monat im Voraus aus Sri Lanka kaufen, hier und da vorsichtshalber die verfügbaren Mengen ab.

Unruhen in der Belegschaft und Streiks in wichtigen Logistikzentren in Europa in den kommenden Wochen könnten bedeuten, dass der September ein geschäftiger Monat werden wird.

20.07.2022

Kokosraspel: Gasmangel und Krieg zeigt erste Wirkung

Gaslieferant Gazprom hat in einem Schreiben an seine Kunden mitgeteilt, dass er nicht in der Lage ist, Lieferungen zu erfüllen.

Gazprom gibt den Sanktionen des Westens die Schuld, aber es wird auch vermutet, dass dies ein russischer Trick ist, um den Westen mit hohen Energiepreisen und Lebenshaltungskosten zu belasten, in der Hoffnung, den Westen zur Aufhebung der Sanktionen zu bewegen. Wenn sich jedoch nichts am Krieg, oder an den Sanktionen ändert, befürchten einige europäische Länder einen Winter mit Gasmangel und möglichen Stromausfällen.

Ausserdem wurde diese Woche bekannt, dass sri-lankische Verlader von Kokosnussprodukten aufgrund interner Probleme mit Treibstoff und ziviler Unruhen für einige Sendungen ebenfalls "höhere Gewalt" erklärt haben.

Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Probleme in Sri Lanka auf den Kokosnussmarkt haben werden. Es könnte jedoch dazu beitragen, dass die Preise etwas fester bleiben, da das Angebot sinkt. Ausserdem könnte es sein, dass einige Käufer auf den Spotmarkt ausweichen müssen, um verlorene Lieferungen zu ersetzen.

 Der Krieg in der Ukraine belastet den Markt nach wie vor stark, ebenso wie ein Rückgang der Verbraucherausgaben aufgrund der Lebenshaltungskostenkrise. Da die Verlader jedoch ihre Produktion drosseln, um dem Auftragsrückgang Rechnung zu tragen, könnten die Lagerbestände im September zu einem Problem werden.

Selbst wenn sich in den USA und Europa eine Rezession abzeichnet, bleiben die Rohölpreise aufgrund der Befürchtungen um die Energieversorgung fester.

13.07.2022

Kalifornische Mandeln: Verladungen Juni 2022

Der Juni-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:

 

Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

279 Mio lbs

26.8 %

Verladungen aus laufender Ernte

2.465 Mia lbs

-7.6 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.915 Mia lbs

-6.1 %

Auftragsbestand

454 Mio lbs

-8.5 %

 

Nach starken Mai-Verladungen wurde für den Juni ein erneuter Rekord erwartet, und Kalifornien hat diesen geliefert, und wie! Nicht nur wurde dabei der Vorjahresrekord um fast 27 % übertroffen, sondern der Juni geht als der zweitstärkste Monat überhaupt in die Geschichte ein. Dies ist umso aussergewöhnlicher, als dass starke Verladungen im 1. Halbjahr der Kampagne durchaus üblich sind, nicht aber im 2. Ermöglicht wurde das Resultat durch den guten Auftragsbestand, gepaart mit einer langsamen Erholung der Logistik in den Häfen Kaliforniens. Damit liegen die Verladungen aus laufender Ernte nunmehr bloss noch knapp 8 % unter Vorjahr, und der Übertrag wird klar unter 800 Mio lbs ausfallen, bedeutend weniger als noch vor ein paar Monaten befürchtet.

Im Hinblick auf die neue Ernte ist die Ausgangslage im Anschluss an die Publikation der objektiven Ernteschätzung von 2.6 Mia lbs anders als die Käufer sich dies wünschten. Im Nachgang zur Schätzung haben sich die Preise sofort um 10-15 Cents / lb befestigt, und die Juni-Verladungen verstärken diesen Trend. Dass die Vorverkäufe für neue Ernte deutlich unter Vorjahr liegen tut der Situation keinen Abbruch, denn dies bedeutet nicht nur, dass Kalifornien noch viel Arbeit vor sich hat, sondern auch, dass viele Käufer noch unzureichend gedeckt sind.

Wir sehen damit Herausforderungen allenthalben: Erzeuger sehen sich konfrontiert mit gestiegenen Kosten, verhältnismässig tiefen Verkaufspreisen, Wasserproblemen u.v.m. Käufer müssen derweil Entscheidungen treffen im Umfeld von Krieg, Inflation, Energieproblemen, Logistikstörungen und ungewissen Konsumaussichten.

Vor dem Hintergrund der noch lange nicht ausgestandenen Logistikkrise sind Käufer weiterhin gut beraten, ihre Bestände mit der nötigen Weitsicht zu bewirtschaften. Kalifornien wird der Versuchung, die Preise übermässig anzuheben, widerstehen müssen, wobei die Schätzung von 2.6 Mia lbs bis Ende Jahr den Markt dominieren wird. Käufer, die auf eine Gegenkorrektur nach unten hoffen, brauchen somit einen langen Atem.

11.07.2022

Kalifornische Mandeln: Objektive Ernteschätzung 2022

Am letzten Freitag hat der nationale Statistikdienst des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums seine objektive Schätzung der kalifornischen Mandelernte 2022 publiziert, die wir Ihnen gerne in unserer Übersetzung weitergeben:

Prognose der kalifornischen Mandelernte 2022 11 % tiefer

In Kalifornien wird die diesjährige Mandelproduktion in der Höhe von 2.6 Mia lbs erwartet, 7 % unter der subjektiven Mai-Schätzung und 11 % unter der Vorjahresernte von 2.92 Mia lbs. Die Prognose basiert auf einer produktiven Anbaufläche von 1.37 Mio Acres. Für die Sorte Nonpareil werden 1 Mia lbs erwartet, 12 % unter den Vorjahresanlieferungen von 1.13 Mia lbs. Die Nonpareil repräsentiert 38 % der Gesamtproduktion in Kalifornien.

Die Mandelblüte begann Anfang Februar mit günstigem Wetter für die Bestäubung. Warme Temperaturen begünstigten eine kürzere Blütezeit als in den letzten Jahren. Einige Gebiete wurden von einem Frost heimgesucht, der in der letzten Februarwoche auftrat. Frostschäden wurden beobachtet, mit Berichten, dass einige Morgen ohne einen angemessenen Fruchtsatz nicht geerntet würden. Da die Dürrebedingungen anhalten ist die Wasserverfügbarkeit ein Hauptanliegen der Mandelbauern. Die Ernte soll im nächsten Monat beginnen.

Der durchschnittliche Nussansatz pro Baum beträgt 4'082, ein Rückgang von 12 % im Vergleich zu 2021. Der durchschnittliche Ansatz der Nonpareil ist mit 3'966 ebenfalls 12 % niedriger als im Vorjahr. Das durchschnittliche Kerngewicht aller beprobten Sorten betrug 1.47 Gramm, nicht ganz 1 % über dem Durchschnittsgewicht von 2021. Das durchschnittliche Kerngewicht der Nonpareil lag bei 1.55 Gramm und damit leicht über dem Vorjahr. Insgesamt 98.,7 % aller sortierten Nüsse waren gesund.

Mit mageren 2.6 Mia lbs liegt die Schätzung deutlich unter den bisherigen Erwartungen von +/- 2.8 Mia lbs. Dies, in Kombination mit dem gegenüber früheren Einschätzungen deutlich reduzierten Übertrag, wird die Erzeuger ermutigen, die Preisentwicklung zu Ihren Gunsten zu beeinflussen. Unterstützung dürften dabei die weiterhin erfreulich starken Verladungen liefern.

Im weiteren Verlauf wird sich zeigen, wie sich die Nachfrage im Umfeld von Krieg, Inflation, Logistikkrise und gedämpfter Konsumlaune entwickeln wird. Weiter ist es auch denkbar, dass die Ernte doch grösser als 2.6 Mia lbs ausfällt. Diesbezügliche Hoffnungen sind erlaubt, sollten aber mindestens kurzfristig nicht überbetont werden: Einerseits wird die effektive Grösse der Ernte frühestens Ende Jahr abzuschätzen sein, so dass bis dahin die aktuelle Schätzung den Markt dominiert, und andererseits wurde das Probenahmeverfahren im Anschluss an die Schätzung 2019, die tüchtig danebenlag, angepasst, so dass die objektive Schätzung in den letzten beiden Jahren doch recht präzise ausfiel.

23.06.2022

Türkische Aprikosen: hohes Preisniveau, kleine Ernte

Die offizielle Ernteschätzung der türkischen Landwirtschaftsbehörde für 2022 lautet auf rund 85600 t. Aus laufender Ernte wird kein Übertrag erwartet. Wenn man bedenkt, dass die Türkei aus laufender Ernte bis Mitte Juni rund 77200 t (und bis Anschlussernte im August weitere ca. 2000 t) exportiert hat und der Inlandkonsum bei ca. 6000-8000 t liegt, kann man sich ausrechnen, dass die Bauern keinerlei Interesse haben, die Preise zu senken.

Die Teuerung in der Türkei ist extrem hoch. So haben sich die Kosten für Energie, Treibstoffe, Dünger, Pflanzenschutzmittel, etc. in den vergangenen 12 Monaten teilweise verdreifacht. Die Produktionskosten werden in dieser Saison um einiges höher liegen als 2021. Nur dank der aktuellen Währungssituation konnte der Exportpreis auf sehr hohem Niveau stabil gehalten werden.

Leider hat sich auch die Logistikkrise nicht verbessert. Es fehlen immer noch Leercontainer und die Frachtraten liegen immer noch deutlich über Vorjahresniveau.

Wir erwarten keine einfache Aprikosensaison. Erste Angebote werden wir voraussichtlich anfangs Juli erhalten, wobei jetzt schon Kontrakte abgeschlossen werden für Kunden, die komplett „out of stock“ sind und auf sehr frühe Verschiffungen im August angewiesen sind.

13.06.2022

Kalifornische Mandeln: Verladungen Mai 2022

Der Mai-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:

 

Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

258 Mio lbs

17.8 %

Verladungen aus laufender Ernte

2.196 Mia lbs

-10.7 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.910 Mia lbs

-6.2 %

Auftragsbestand

614 Mio lbs

1 %

Der April brachte bereits starke Verladungen, verpasste aber die Rekordmarke des Vorjahres. Der Mai holt dies nun nach und toppt den vorjährigen Allzeitrekord um fast 18 %. Damit liegen die Verladungen insgesamt zwar noch knapp 11 % hinter dem Vorjahr, aber der Übertrag dürfte nun "bloss" noch gegen 800 Mio betragen.

Ermöglicht wurde diese Glanzleistung einerseits durch die enormen Anstrengungen seitens der Logistik, wobei die Störungen zwar längst noch nicht behoben sind, Verbesserungen jedoch offensichtlich ihre Wirkungen nicht verfehlen, und andererseits zeigten verschiedene Destinationen sehr lebhafte Nachfrage. Natürlich darf nicht übersehen werden, dass Kalifornien dringend laufende Ernte verkaufen muss, um Platz für die neue zu schaffen und den anstehenden Kapitalbedarf zu bedienen. Entsprechend waren die Preise für laufende Ernte im Monatsverlauf anhaltendem Druck ausgesetzt.

Trotz der Dürre entwickelt sich die neue Ernte weiterhin erstaunlich gut. Allerdings wird in den nächsten Tagen eine anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen um 40 °C erwartet, worauf Kulturen mit unzureichender Bewässerung in der Folge mit Stresssymptomen reagieren könnten. Abzusehen bleibt, inwiefern daraus Ertragsausfälle resultieren und die Ernteaussichten, die sich im Moment bei 2.8 Mia lbs eingependelt haben, mindern.

Trotz der guten Mai-Verladungen wird Kalifornien gut bedient sein, die Preise für laufende Ernte weiterhin tief zu halten. Zwar stellt die aktuelle Preislage die Erzeuger vor massive Herausforderungen, stehen den gesunkenen Verkaufspreisen doch heftig gestiegene Kosten für Energie, Betriebsstoffe, Dünger u.v.m. gegenüber. Gleichzeitig wird eher früher als später mit dem Verkauf von neuer Ernte in nennenswerten Mengen zu beginnen sein. Die Käufer dürften dies mit Erleichterung aufnehmen, denn die Sicherung allfälliger Restbedarfe bis Ende Jahr sollte nunmehr zügig an die Hand genommen werden.

10.06.2022

Cashews: Feste Rohwarenpreise, verhaltene Nachfrage nach Kernen

Die Preise für Cashewkerne notieren weiterhin auf attraktivem Niveau. Allerdings prägen Unsicherheiten den Markt, so dass die Lage insgesamt wenig Stabilität zeigt.

Gemäss letzten Schätzungen sollen die Rohwarenerträge der aktuellen Ernten der verschiedenen Erzeugerländer insgesamt mehr als 6 % über dem Vorjahr liegen, dies trotz Minderungen der Ernten in Kambodscha und Vietnam infolge Niederschlägen. Dennoch notieren die Preise für Rohware fest, was nicht zuletzt der guten Nachfrage aus Indien zu verdanken ist, wo der Konsum nach dem letzten Lockdown wieder kräftig angezogen hat. Anders sieht es in Europa und den USA aus, wo verschiedene Faktoren für Zurückhaltung sorgen: Der russische Angriffskrieg in der Ukraine, Inflation, steigende Rohstoff- und Energiepreise u.v.m. beeinträchtigen die Konsumentenstimmung, so dass die Nachfrage nach Cashewkernen durchwachsen ist.

Unter dieser Situation leiden in erster Linie die Verarbeiter in Vietnam, die Rohware zu hohen Preisen beschaffen müssen, ohne aber in der Lage zu sein, die gestiegenen Rohstoffkosten weitergeben zu können. Manche der weniger gut aufgestellten Anbieter geraten daher wie gewohnt in die Lage, zwecks Beschaffung von Liquidität unter dem gewünschten Preis verkaufen zu müssen, was im Markt zu einem breiten Angebotsspektrum, verbunden mit den zu erwartenden Unsicherheiten, führt.

Angesichts des grundsätzlich ausreichenden Rohwarenangebotes und der aktuell mittelmässigen Nachfrage scheint eine rasche Befestigung der Preise wenig wahrscheinlich. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass der Cashewmarkt seinen eigenen Gesetzen folgt und unberechenbar ist. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Lieferkettenkrise empfehlen wir daher, den Markt vorsichtig zu begleiten.

30.05.2022

US Pecan: Herausfoderungen besorgniserregend, Preise steigen

Aktualisierte Zahlen zur Kühllagerung:

Mit einem der grössten Rückgänge bei den Kühllagern in den letzten zehn Jahren (im Jahresvergleich) ist es klar, dass Pekannusslieferungen im 2. Quartal zunehmen. Mit einem Rückgang von 21,96 Millionen lbs. (auf Basis der Schale) beginnt die Branche, viele der früheren Herausforderungen der Saison zu überwinden. Die späte Ernte wird endlich in typischen Mengen verarbeitet und die logistischen Herausforderungen nehmen ab (obwohl sie in den meisten Häfen immer noch ein Problem darstellen).

Aktuelle Marktbedingungen:

Ein allgemeiner wirtschaftlicher Abschwung und eine Krise der Lebenshaltungskosten in vielen der grösseren Pekannussmärkte sind ein Punkt zur Besorgnis. Wir sind jedoch der Ansicht, dass Pekannüsse keine typische Baumnussware ist und historisch gesehen unelastische Eigenschaften aufweisen. Während die hohe Inflation und die logistischen Herausforderungen besorgniserregend sind, erlauben die Grösse der Ernte, die Märkte, auf denen sie konsumiert werden, einen beständigeren Verbrauch im Vergleich zu anderen grösseren Baumnusskulturen.Die Verbrauchergewohnheiten ermöglichen dies.

Marktprognose:

Es wird für die nahe Zukunft ein stabiler Markt prognostiziert, mit der wahrscheinlichen Möglichkeit, dass die Preise in der 2. Hälfte des Jahres 2022 weiter steigen. Die Preisspanne zwischen Hälften und Stücken nimmt weiter ab. Es ist wahrscheinlich, dass diese Grössen in Zukunft dynamischer sein werden, da die Hälften bereits ein historisch hohes Niveau erreicht haben.

17.05.2022

Iran Pistazienkerne: Frost im Iran, geringere Ernte

Leider fand auch dieses Jahr im April ein Frost statt in den Pistazienanbaugebieten (Kerman und Rafsanjan) im Iran.

Entsprechend wird eine geringere Ernte 2022 erwartet. Es werden ca. 100‘000 t Inshell prognostiziert. Der Einfluss auf die Pistazienpreise im allgemeinen, als auch auf die grünen Pistazienpreise sind noch nicht ersichtlich. Dafür ist es zu früh. Was effektiv dann von den einzelnen Grades erhältlich sein wird, lässt sich ebenfalls noch nicht beurteilen.

Preise werden auch dieses Jahr ca. Ende August/Anfang September 2022 verfügbar sein.

Unbehandelte Ware aus neuer Ernte dürfte ca. Ende Dezember 2022/Anfang Januar 2023, behandelte ca. Ende Januar 2023 verfügbar sein.

13.05.2022

Kalifornische Mandeln: Subjektive Ernteschätzung 2022

Kalifornien erwartet dieses Jahr eine Mandelernte von 2.8 Mia lbs. Dies geht aus der gestern publizierten subjektiven Schätzung des National Agricultural Statistical Service hervor. Sie finden den Bericht in unserer Übersetzung sowie unsere Einschätzung dazu hier.

12.05.2022

Kalifornische Mandeln: Verladungen April 2022

Der April-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:

 

Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

245 Mio lbs

-2 %

Verladungen aus laufender Ernte

1.928 Mia lbs

-13.5 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.905 Mia lbs

-6.2 %

Auftragsbestand

755 Mio lbs

4.3 %

Die Schiffskapazitäten ab Kalifornien sind weiterhin äusserst knapp und rechtzeitige Verladung ist oft nicht möglich. Trotzdem hat Kalifornien es geschafft, im April dank Rekord-Exportverladungen das beste Ergebnis der laufenden Saison zu erzielen. Der Inlandabsatz verlief derweil mittelmässig. Die verbleibenden drei Monate der aktuellen Kampagne dürften angesichts der gut gefüllten Auftragsbücher trotz anhaltender Logistikprobleme ebenfalls gute Ergebnisse bringen. Dennoch wird der Übertrag monströs ausfallen, wovon aber in erster Linie vornehmlich Käufer von Ware in Industriequalität profitieren werden, während insbesondere grosskalibrige Nonpareil kaum mehr zu finden sind. Die Preisspanne wird sich also weiter ausdehnen, die Auswirkungen auf die Preisbildung der neuen Ernte bleibt abzusehen.

Die Entwicklung der neuen Ernte verläuft weiterhin gut, mindestens für diejenigen Erzeuger, die über ausreichend Wasser verfügen und keine Frostschäden hinnehmen mussten.

Die weitere Entwicklung steht damit mindestens teilweise unter dem Einfluss des historisch grossen Übertrages, der die Preise für Industriequalität weiterhin tief halten wird. Gleichzeitig sind die Käufer weiterhin zur Sicherstellung der eigenen Lieferfähigkeit zu einer weitsichtigen Planung gezwungen. Weiter steht in China die Streichung der Importzölle auf US-Agrarerzeugnisse im Raum, sollte dieser Schritt erfolgen, so wird die dortige Nachfrage dem Markt neue Impulse verleihen.

Heute Abend steht die Publikation der subjektiven Ernteschätzung an. Nach einer ersten Schätzung von 2.9 Mia lbs eines grossen Händlers darf man gespannt sein, welche Aussichten die Befragung der Erzeuger bringen wird.

27.04.2022

US Pecan: Markt Update

Nachdem die nordamerikanischen Ernten im Jahr 2021 geringer ausgefallen sind als erhofft, machen sich einige Anbieter nun Sorgen, ob sie alle ihre Verträge erfüllen können. Bislang sind die Erzeuger für 2022 zuversichtlich.

Im Süden der USA erwachen die Pekannussbäume zunehmend zum Leben. Wie die Experten von Pecan Report erklären, bilden sich derzeit die ersten kleinen, grünen Nüsse, und die Anbauer sind damit beschäftigt, die Bäume mit Nährstoffen, Düngemitteln und Insektenschutz zu versorgen. In der südlichen Hemisphäre hat die Ernte in Anbauländern wie Südafrika, Australien und Südamerika begonnen. Nach der relativ geringen US-Ernte von knapp über 117.000 Tonnen im letzten Jahr, hoffen die Landwirte auf ein gutes Jahr mit besseren Erträgen im Jahr 2022. Sicher ist, dass Georgia der wichtigste Anbaustaat bleibt, und auch New Mexico steht im Fokus der Produzenten.

Die endgültigen Zahlen wurden letzte Woche veröffentlicht und zeigen, dass einer der grössten Pekannussanbaustaaten (Georgia) deutlich weniger geerntet hat als erwartet. Die bereits vorhergesagte geringere Erntemenge lag um 20 Millionen Pfund unter den ursprünglichen Prognosen.