13.03.2026 / Kalifornische Mandeln: Verladungen Februar 2026

Der Februar-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:


Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

241 Mio lbs

12.2 %

Verladungen aus laufender Ernte

1.52 Mia lbs

-4.4 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.68 Mia lbs

-0.1 %

Auftragsbestand

593 Mio lbs

2.8 %

 

 

Die Achterbahnfahrt geht weiter: auf starke Dezember-Verladungen folgte ein schwacher Januar, allerdings mit starken Verkäufen, die die kalifornische Mandelindustrie auf gute Februar-Verladungen hoffen liessen. Und diese Hoffnungen wurden nicht enttäuscht: Die Exporte erzielten einen Allzeitrekord und fielen 23.5 % über Vorjahr aus. So konnte der Rückstand zum Vorjahr trotz weiterhin schwachen Inlandabsatz von 7 % in Januar auf nunmehr 4.4 % reduziert werden. Die Verkäufe im Berichtsmonat lagen bei 246 Mio lbs, ebenfalls ein Rekord, was starke Verladungen im März erwarten liesse, wären da nicht die logistischen Herausforderungen. Mehr dazu am Ende dieses Berichtes.
Wie schon im Januar sucht der Ursprung händeringend nach Erklärungsansätzen für das fehlende Interesse aus dem Heimmarkt. Strukturwandel wird angeführt, Verschiebungen im Snacksegment und ganz generell verändertes Konsumentenverhalten sind denkbar. Sollte dem so sein, so wäre eine rasche Erholung der Nachfrage wohl eher unwahrscheinlich. Die Exporte laufen derweil sehr erfreulich, in diesem Monat u.a. mit Europa und erwartungsgemäss Indien als Nachfragetreiber.
Die Anlieferungen aus Erne 2025 beginnen zu versiegen und dürften leicht über 2.7 Mia lbs schliessen, also analog dem Vorjahr.
Die Blüte der neuen Ernte neigte sich in der ersten Märzwoche dem Ende zu. Auf anfänglich gute Blütebedingungen folgte eine garstige Periode mit Niederschlägen, starken Böen und einem kurzen Frost, der allerdings wohl kaum grössere Beeinträchtigungen brachte. Abschliessend verbesserte sich das Wetter deutlich, zwar wurden weiterhin etwas tiefere Temperaturen mit vereinzelten Schauern vermeldet, was die Bienen jedoch nicht davon abhielt, bei Aufhellungen fleissig die noch vorhandenen Blüten zu besuchen. Diese Woche nun haben die Imker schon grossflächig die Bienenstöcke abgezogen und die Erzeuger haben die anstehenden Kulturarbeiten aufgenommen.
Die guten Verkäufe der letzten beiden Monate resultieren aus der Tatsache, dass manche Erzeuger auf eine tiefere Ernte 2025 hofften und nun, da sich diese Hoffnungen zerschlugen, erkannten, dass sie unterverkauft waren und sich gezwungen sahen, den Rückstand mittels attraktiver Preise wettzumachen. Damit war der Weg für gute Februar-Verladungen geebnet, und der März würde nicht anders ausfallen, wäre da nicht der Nahost-Krieg, der die globale Schifffahrtsindustrie in Schieflage bringt und damit die Lieferketten erneut auf die Probe stellt. Bereits jetzt beeinträchtigen Mangel an Schiffs- und Container-Kapazitäten die Verladungen ab der US Westküste, wodurch wir Verzögerungen von mehreren Wochen beobachten. Die Exporte Richtung Westen leiden damit schon jetzt, ebenso wie diejenigen Richtung Osten, wo sich nun im Kriegsgebiet massenhaft Schiffe und Güter aufstauen. Wie während der Covid-Pandemie zu beobachten war könnten diese Störungen zu massiven Schwierigkeiten führen.
Käufer sind damit gut beraten, einerseits die Preisentwicklung zu beobachten. So sind kurzfristig weiterhin attraktive Angebote für "prompte" Verladungen denkbar. Bei Verfügbarkeit von Offerten für neue Ernte auf ähnlichem Niveau ist eine Teildeckung bestimmt ein Gedanke wert. Nebst den Preisen gilt es, die Logistikketten im Auge zu behalten. Angesichts sich abzeichnender Verzögerungen gewinnt eine vorausschauende Bewirtschaftung der Bestände einmal mehr grösstes Gewicht in der Beschaffung.
Auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: Die Achterbahnfahrt geht weiter, und damit droht Ihnen und uns keine Langeweile.